Laieninitiative

3x3 Leitlinien der Laieninitiative

Drei Grundsätze

• Kirche verkündigt nicht sich, sondern das Evangelium. Für die zentralistische Praxis der römischen Kirche stehen immer noch Hierarchie, Klerus und das Image der Institution im Vordergrund. Das Evange­lium setzt andere Prioritäten: Der Mensch, auch der gescheiterte, ist wichtiger als die „heilige" Kirche.

• Die Eucharistiefeier in der Gemeinde ist Mittelpunkt der Kirche . „Alle, die durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden sind", sollen sich versammeln, „und das Herrenmahl genießen" (Liturgiekonstitution 10). Gegen jede Beeinträchtigung von Gemeindebildung und regelmäßiger Eucharistiefeier muss Widerstand geleistet werden.

• Die Kirche kennt keine Zweiklassengesellschaft . Alle Getauften in der Kirche, Frauen wie Männer, haben ein Recht darauf, bei kirchlichen Entscheidungen mitzuwirken. Nur Kompetenz und Charisma sind maßgeblich für die Berufung in ein Amt. Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg dürfen nicht mehr anerkannt werden.

Drei dringende Maßnahmen gegen den Seelsorgenotstand

• Priesteramt und Ehe schließen einander nicht aus. Das ergibt sich eindeutig aus dem Evangelium. Die wegen einer Eheschließung aus dem Amt entfernten Priester müssen eingeladen werden, ihr Priesteramt wieder auszuüben. Der Pflichtzölibat der Priester ist abzuschaffen.

• Bewährte Männer und Frauen sollen der Eucharistiefeier vorstehen . Die Bischöfe werden aufgefordert, geeignete Personen durch Weihe und Beauftragung zur Durchführung sakramentaler Handlungen zu ermächtigen.

• Die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und zu Priesterinnen ist ein Erfordernis der vollen Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Werden Berufungen von der Amtskirche weiterhin zurückgewiesen, dann hat sie Mitschuld am Notstand der Seel­sorge.

Drei grundlegende Reformen gegen die Krise der Kirche

• Das Kirchenrecht bedarf einer grundlegenden Revision. In der heutigen Form widerspricht es sowohl der Botschaft des Evangeliums als auch den Menschenrechten. Verantwortungen und Verfahren müssen den Standards heutiger Rechtstaatlichkeit angeglichen werden.

• Eine Verfassung für die Kirche muss Maßstäbe setzen: Abkehr vom römischen Zentralismus zugunsten einer Subsidiarität, wie sie die katholische Soziallehre einmahnt, um den Bedürfnissen der Ortskirchen zu entsprechen; Aufwertung beratender kollegialer und synodaler Gremien zu Instanzen mit Entscheidungsrecht auf allen Ebenen der Kirche.

• Eine neue Basis für die Finanzierung der Kirche: Das derzeitige österreichische System, ein Erbe des National­sozialismus, ist nicht transparent und entzieht sich weitgehend der Mitbestimmung derer, die den Kirchenbeitrag zahlen. Es ist zudem der Anlass für viele Kirchenaustritte, obwohl die Mitgliedschaft der Getauften nicht von Zahlungen abhängen darf.

          ZIele der Laieninitiative
          Widerstand aus Verantwortung

 

13.203
BISHERIGE UNTERSTÜTZER